eine Chance für die Zukunft
Ein ausführlicher Bericht über unsere Arbeit vor Ort ist bei der Main Post zu finden. Hier ein Auszug:
Mit elf Jahren war Jonathans Mutter das erste Mal schwanger, mit 21 bekam sie bereits ihr fünftes Kind. Ihre Kinder wachsen in einem etwas abseits gelegenen Tal in Paraguay auf. Wenn sie zur Schule wollen, dann müssen sie einen zweieinhalb Kilometer langen Sandweg bewältigen – im Sommer bei extremer Hitze, im Winter bei Regen und Kälte.
Im selben Ort wie Jonathan lebt Bettina Schneider. Sie hat dort ein kleines Haus und arbeitet als Journalistin in Paraguay und Deutschland. Die Not der Kinder hat sie nicht kalt gelassen. Denn der Schulweg war für die Kleinsten kaum zu bewältigen, und so blieben viele eben zu Hause. Gemeinsam mit der Botschaft in Asuncion begann Schneider auf einem von Spendengeldern finanzierten Grundstück einen Kindergarten zu bauen. 2009 folgte eine Aula für die erste und zweite Klasse. Eine Lehrerin unterrichtete ein Jahr lang ehrenamtlich die Kinder. Am Abend kamen die Erwachsenen in die Abendschule.
Den ganzen Artikel “Eigeninitiative am anderen Ende der Welt” finden Sie hier.
Ich habe erst heute wieder von einem wirklich bitteren Fall gehört: eine junge, geistig nicht ganz zurechnungsfähige Frau mit vier Kindern, Brian (9), Milagros (7) sowie den Zwillingen Santiago David und Santiago Daniel (2). Die Kinder werden fast nur von den Nachbarn ernährt, die Mutter arbeitet zwar, aber ihr Freund, der Vater der Zwillinge, sowie einige männliche Anverwandten desselbigen, vertrinken und verspielen das Geld sofort wieder, das sie verdient. Wir hatten ihnen vor Winterbeginn 2008 eine neue Hütte gebaut, stabiler und besser als die alte, windschiefe, die auch hier in unserer Fotoserie zu sehen ist. Leider hat der Mann sie sofort weiterverkauft – und jetzt reklamieren die neuen Besitzer, dass die Familie ausziehen muss. Keiner weiss, wohin sie sollen, und die Kinder wären ohne die Hilfe der Nachbarn längst verhungert. Die Behörden können nicht eingreifen, denn sie wissen gar nicht, wohin mit den Kindern, Heime gibt es nicht….
Der erste kleine Schritt ist getan – wir haben einen Kindergarten auf unserem Kinderpueblo Grundstück gebaut! Dank der enormen Hilfe der Deutschen Botschaft in Asuncion ist ein kleiner Raum für die Kinder sowie ein weiterer für die Lehrerin und ein Bad mit zwei WC’S End 2008 fertiggestellt worden. In wenigen Tagen beginnt das neue Schuljahr in Paraguay, und es steht schon fest, dass zumindest eine Kindergarten Gruppe mit 12 Kindern nachmittags dort ihren Spass haben wird – und bestens vorbereitet dann ins Vorschuljahr gehen kann.
Dank eines wunderbaren Angebots von Senora Miriam können wir wohl auch die zweite Gruppe mit den Vorschulkindern bereits in diesem Jahr eröffnen: sie wird bei uns solange umsonst unterrichten, bis wir von der Regierung die Genehmigung für eine zweite Gruppe erhalten – und das steht bald in Aussicht! Wir sind derzeit noch in Verhandlungen mit der diesbezüglichen Kultur Referentin, wie man in Deutschland sagen würde, und hoffen in einer Woche auf eine positive Antwort!
Am 1. März geht es los – der Spielplatz hinter dem Haus wird schon eingerichtet – und dann steht dem Start nichts mehr im Wege! Ende des Jahres hoffen wir dann auf den Ausbau zur Schule, mit einem Raum für Erst- und Zweitklässler, eine Gruppe Vormittags, die zweite Nachmittags. Dann entsteht auch die schulische Basis für unsere Kinderpueblo-Bewohner, die hoffentlich ebenfalls bald einziehen werden.
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